Trump stuft Glyphosat als verteidigungsrelevant ein
Zu den weltweit größten Herstellern von Glyphosatprodukten gehört der Leverkusener Agrarchemie-Konzern Bayer mit seiner US-Tochter Monsanto, deren Kassenschlager das glyphosathaltige Produkt Roundup ist. Ein Bayer-Sprecher sagte, die Verordnung betone „die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben“. Man werde der Verordnung Folge leisten. In Trumps Verordnung heißt es, bisher gebe es in den USA nur einen Produzenten glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel, gemeint ist Monsanto. Damit seien die Verteidigungsindustrie der USA und die Ernährungssicherheit anfällig für „feindliche, ausländische Akteure“.
Elementares Phosphat sei auch ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Herbiziden auf Glyphosatbasis. Diese spielten eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Vorsprungs der USA, indem sie es Landwirten ermöglichten, effizient und kostengünstig Lebensmittel und Viehfutter zu produzieren, heißt es weiter.
Das Mittel ist umstritten. In mehreren Klagen in den USA hatten Kläger Krebserkrankungen auf Glyphosat zurückgeführt. Erst kürzlich schloss Bayer in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zum glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup. Die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale Krebsforschungsagentur hatte den Wirkstoff, der in Roundup enthalten ist, 2015 als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft; andere Einrichtungen der WHO waren anderer Ansicht, und auch europäische Einrichtungen folgten dieser kritischen Einstufung nicht.