Auftritt von Vizekanzler Klingbeil: Kurz krawallig, lange Zeit lässig
Klingbeils Kritik am Koalitionspartner CSU fällt extravagant aus: Dorothee Bärs Lebensmotto sei ja, Glitzer auf alles zu streuen, das nicht läuft. Das könnte man sich doch abschauen, scherzt der Vizekanzler: „Wenn ihr also Jens Spahn nach dem Koalitionsausschuss voller Glitzer im Gesicht seht, dann wisst ihr, dass ich es war“. Er appelliert aber auch an eine gesündere Streitkultur und verweist dafür auf seine Jugend: „Mein bester Kumpel in der Schulzeit war Konservativer. Wir haben uns politisch gestritten, aber er war immer noch mein bester Kumpel“, sagt er.
Als es ums Bürgergeld geht, richtet sich Klingbeil noch mal an den Koalitionspartner: „Wir haben uns im letzten Jahr um jene gekümmert, die das Bürgergeld missbrauchen. Ich schlage vor, dass wir uns 2026 um jene kümmern, die Missbrauch am anderen Ende betreiben“, sagt der Finanzminister zum Thema Steuerbetrug und fordert zudem weitere Diskussionen zur Erbschaftssteuer. Mit Blick auf die AfD fordert Klingbeil, alle juristischen Mittel zu prüfen, um die Partei anzugehen. „Das ist unser Auftrag“, sagt Klingbeil und erntet hier den vielleicht längsten Applaus des Tages. Das Wort „Verbot“ fällt allerdings nicht.