Pistorius: Kommen derzeit ohne Wiedereinführung der Wehrpflicht aus
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius setzt beim personellen Ausbau der Bundeswehr weiter auf Freiwilligkeit. „Wir waren im Oktober die größte Bundeswehr seit 2013 mit über 190 000 Soldatinnen und Soldaten. Alles Freiwillige!“, erklärte der SPD-Politiker im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Pistorius zeigte sich zuversichtlich, dass die Personalziele ohne Wehrpflicht erreicht werden können. Allerdings schränkte er ein: „Aber ich kann natürlich nicht in die Zukunft gucken.“ Es könne sein, dass die Rekrutierungskurve in zwei oder drei Jahren abfalle. „Dann müssen wir reagieren!“
Der Minister kündigte auch neue Anstrengungen an, um mehr Frauen für den Dienst in der Bundeswehr zu gewinnen. Zahlenmäßig sei die Bundeswehr ein „Männerladen“, das werde sich so schnell auch nicht ändern lassen, sagte Pistorius den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Aber wir wollen mehr Frauen in der Bundeswehr haben. Sie ist gerade dann besonders stark, wenn sie die Breite unserer Gesellschaft abdeckt.“ Zu der zuletzt gestiegenen Zahl von gemeldeten Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung in der Bundeswehr will der Minister in der kommenden Woche die Ergebnisse einer Dunkelfeldstudie vorlegen.