Vor Schulanfang: Nächtliche Luftangriffe auf Kiew
Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und die umliegende Region sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Wie der Katastrophenschutz auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt, starben acht Menschen direkt in der ukrainischen Hauptstadt. Dort seien zudem fünf Personen verletzt worden – darunter drei Kinder. Der Gouverneur des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko, warf den russischen Streitkräften vor, gezielt zivile Infrastruktur und Wohngebäude anzugreifen.
Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Stadt Boryspil in der Hauptstadtregion sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. 48 Menschen wurden demnach in Sicherheit gebracht. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, als eine Industrieanlage getroffen worden sei. Neun weitere wurden demnach verletzt, darunter ein Kind. Tkatschenko rief die in viereinhalb Kriegsjahren immer wieder durch Angriffswarnungen aufgeschreckten Bewohner dazu auf, den Luftalarm nicht zu ignorieren und sich in Schutzräume zu begeben. In der Ukraine beginnt heute offiziell das neue Schuljahr.
Die Ukraine setzte ihrerseits die Angriffe auf russisches Gebiet fort. In Moskau wurden nach Angaben des Bürgermeisters mehr als ein Dutzend Drohnen abgeschossen. In der russischen Region Samara, etwa 800 Kilometer südöstlich von Moskau, wurden dem dortigen Gouverneur zufolge zivile Einrichtungen beschädigt. Angesichts der Lage aktivierte die Nato-Luftraumüberwachung in Lettland Kampfflugzeuge. Finnland schränkte den Luft- und Seeverkehr nahe der russischen Grenze ein.