Moskaus Waffenruhe hält nicht – Ukraine und Russland melden Angriffe
Zudem bestätigte Selenskij in einem weiteren Telegram-Beitrag den Angriff ukrainischer Drohnen auf die russische Stadt Jaroslawl. Dort, 700 Kilometer von der Grenze entfernt, sei eine Ölanlage getroffen worden, die für die Kriegsfinanzierung Russlands wichtig sei, schrieb er. Dazu stellte er ein Video, das die brennende Raffinerie zeigen soll.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte unterdessen mit, dass das russische Militär lediglich spiegelbildlich auf ukrainische Attacken reagiert habe. Es warf Kiew Angriffe an der Front und auf zivile Objekte in Russland vor. An der Front habe es mehr als 1300 Verstöße der Ukraine gegen die russische Feuerpause gegeben, so das Ministerium. In Russland seien insgesamt 264 ukrainische Drohnen abgeschossen worden.
Wegen der Angriffe stellten 13 Flughäfen im Süden Russlands vorübergehend ihren Betrieb ein, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärt, auch die Hauptstadt sei ins Visier genommen worden. Sobjanin meldete den Abschuss von 25 Drohnen, die Richtung Moskau geflogen seien. Über Folgen der Attacke wurde bislang nichts bekannt. Die Ural-Region Perm wurde Behörden zufolge ebenfalls mit Drohnen angegriffen.
Berichte über ukrainische Angriffe gab es zudem aus der an die Ukraine grenzenden Region Rostow. Der zuständige Gouverneur meldete Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten. Tote und Verletzte gebe es nicht, erklärte er. Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt Rostow. Die Aufnahmen zeigen schwere Brände, die bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte bisher nicht bestätigt werden.