Russische Drohne trifft Atommülllager nahe Tschernobyl
Ein Feuer habe sich auf einer Fläche von 40 Quadratmetern ausgebreitet, teilte das Unternehmen weiter mit. Es sei mittlerweile gelöscht worden. Es gebe keine Berichte über Verletzte, teilen der Generalstab in Kiew und die staatliche Atombehörde mit.
In dem zentralen Lager in der Sperrzone um das vor 40 Jahren havarierte AKW Tschernobyl werden abgebrannte Brennelemente aus anderen ukrainischen Kernkraftwerken langfristig gelagert. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass sie von ukrainischer Seite über die „erheblichen Schäden“ an dem Gebäude informiert worden sei. Betroffen sind demnach die Fassade, die Fenster und Türen. Auch benachbarte Gebäude seien durch die Druckwelle in Mitleidenschaft gezogen. Ein IAEA-Team werde die Anlage in Kürze besuchen, um die Auswirkungen zu begutachten, teilte die Behörde mit.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklärte bei X, der Vorfall sei äußerst besorgniserregend, da er sich in einer Liegenschaft ereignet habe, in der – nur wenige Meter vom angegriffenen Gebäude entfernt – große Mengen an Kernmaterial gelagert seien. Angriffe auf kerntechnische Anlagen seien völlig inakzeptabel und verstießen direkt gegen zentrale Grundsätze der nuklearen Sicherheit während eines militärischen Konflikts, hieß es von Grossi.
Wolodimir Selenskij verurteilt den Drohnenangriff als „extrem niederträchtig“. Russland habe das Gebiet gezielt angegriffen, schreibt der ukrainische Präsident auf X. Eine Drohne vom Typ Schahed habe das Gebäude der Anlage getroffen. Es handele sich um eine äußerst kritische Infrastruktureinrichtung. Im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine kam es bereits mehrfach zu Zwischenfällen an Kernkraftwerken. Besonders betroffen von den Kämpfen ist das AKW Saporischschja im Süden der Ukraine.