Merz in Washington eingetroffen
Es ist der zweite Besuch des Kanzlers im Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Im Juni kam er gut weg: Trump bezeichnete ihn als „respektierten“ und „guten Mann“ und versprach: „Wir werden eine großartige Beziehung zu Ihrem Land haben.“ Diesmal könnten die Gespräche konfliktreicher sein. Trump und sein Verteidigungs- beziehungsweise Kriegsminister Pete Hegseth haben sich über mangelnde Unterstützung der europäischen Verbündeten im Krieg mit Iran beklagt. Trump zeigte sich vom britischen Premierminister Keir Starmer enttäuscht, der die Nutzung britischer Stützpunkte durch die US-Armee zu spät erlaubt habe. Hegseth kritisierte die „traditionellen Verbündeten“ insgesamt, die sich empört geben und „beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern“.
Es könnte also ungemütlich für Merz werden. Er hat zwar Verständnis für die Angriffe geäußert, sich aber nicht klar hinter sie gestellt. Er mahnte: „Das ist nicht ohne Risiko.“ Man wisse nicht, zu welcher Eskalation in der Region die harten iranischen Gegenschläge führen würden. Es sei auch unklar, ob durch Militärschläge von außen ein politischer Wandel von innen heraus überhaupt ermöglicht werden könne. Der Kanzler verwies auf die US-Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen, die nicht zum erhofften Ziel geführt haben.