Iran dämpft Erwartungen an rasches Friedensabkommen mit USA
Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif hatte erklärt, beide Seiten hätten sich auf einen Rahmenvertrag geeinigt. Islamabad bereite eine elektronische Unterzeichnung für Sonntag vor. In der kommenden Woche sollten dann Gespräche auf technischer Ebene folgen. Das iranische Außenministerium mahnte jedoch zur Vorsicht. Wegen des Zögerns der Gegenseite lasse sich das genaue Datum noch nicht festlegen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich zunächst nicht direkt, teilte jedoch Sharifs Beitrag auf der Plattform X.
Die geplante Absichtserklärung sieht Insidern zufolge vor, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen aufheben, eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigeben und Sanktionen gegen iranische Ölexporte aussetzen. Im Gegenzug solle Iran die Straße von Hormus wieder öffnen. Anschließend soll in einer 60-tägigen Frist über das iranische Atomprogramm verhandelt werden. Während die USA auf einen Abbau des Programms und die Zerstörung von hochangereichertem Uran pochen, will Iran das Material in verdünnter Form behalten. Hochangereichertes Uran ist Ausgangsstoff für Atombomben.
Israel wird sich an dem Abkommen nicht beteiligen. Dies stellte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu klar. Er war mit Trump über US-Forderungen aneinandergeraten, wonach Israel seine Angriffe in Libanon einschränken solle, um Washington eine Einigung mit Teheran zu ermöglichen. Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi erklärte, das Abkommen werde den Krieg in Libanon beenden. Dies impliziert einen israelischen Rückzug aus den besetzten Gebieten. Der israelische Verteidigungsminister lehnte einen solchen Schritt jedoch ab. Israel erwarte, seine Handlungsfreiheit gegen Bedrohungen zu behalten, sagte ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter.